«Wollen wir nicht zusammen aufs Zimmer»

Nein, das war keine sexuelle Belästigung… und wie Daniel Peter auf dem Blog bereits schrieb, sollte man die Schweregrade des Ungebührlichen unterscheiden… aber brauchen tut das auch Keiner, die Erfahrungen, die ich mit Sexismus im Arbeitsleben gemacht habe. Ich hoffe, es kommt Euch nicht bekannt vor; auf jeden Fall möchte ich das gerne mit Euch teilen.

Ich hatte einen Kommunikationsauftrag inne bei einer grösseren Versicherung und bin deswegen nach Bern an ein Podium gereist… mit dabei: Hans Stöckli, der ins Stöckli wollte, Christine Egerszegi, Ruth Humbel, Urs Schwaller, Alex Kuprecht. Sehr hochdotiert. Ich setzte mich ins Publikum und hörte interessiert dem Rentenreform-Podium zu… Mir taten das zahlreiche Andere gleich… Medien, Fintech Vertreter, Generalsekretäre und Pensionskassenverwalter… Zwischen den Podien verblieb Zeit für Socializing… Da stellte sich doch tatsächlich ein Pensionskassenverwalter neben mich und fragt mich, ohne auch nur ein bisschen rot dabei zu werden, ob ich mit ihm in ein Zimmer im Hotel National möchte…. Ich schlug dieses tolle Angebot natürlich aus.

In der Firma war die Kultur eigentlich recht angenehm, was Gender anging… nur einmal hat mich einer total verwirrt. Es war ein externer Coach, der zu meiner Kleidung Stellung nahm…. Ich trug schwarze, enge Hosen, eine Bluse und ein Jäggli…. Da meint er doch tatsächlich so zu mir: Also wenn Sie mit solchen eng anliegenden Hosen herumrennen, wundern Sie sich nicht, dass Sie nicht ernst genommen werden, und jedes GL Mitglied einfach nur daran denkt, Sie ranzunehmen. Gut, das hat mich überrascht. Hätte ich jetzt einen Mini mit zerrissenen Netzstrümpfen getragen… es wäre auch kein Grund für unmoralische Angebote… aber immerhin noch irgendwie im Bereich des Nachvollziehbaren, dass man bei dem einen oder anderen Kollegen unpassende Assoziationen auslöst… aber diese Montur mit etwas Aufreizendem zu verbinden, das konnte ich gar nicht versorgen.

Mittlerweile bin ich in einem anderen Umfeld tätig; und für mich ist das gut so.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.