Frauenproblem Nr. 1?

Frauenproblem Nr 1 ist wohl nicht der Kapitalismus! – sagte Simone de Bovard

Das Wort zum Sonntag: Systemkritik

rbt

Sie reiste nach China, und kam wieder zurück. Etwas desillusioniert, hatte Sie sich doch vorgestellt, dass mit dem Systemwechsel dort die Frauenunterdrückung endete.
Übrigens hab ich mir überlegt, ob ich etwas zum Thema schreiben soll. Schliesslich redet man in der Politik genauso ungern über den Kapitalismus per se wie über Religion und Politik am Familientisch.
Aber zu behaupten, die Problemstellungen mit dem Thema Frau aufzugreifen, hätte gar nichts mit Systemkritik zu tun, halte ich dann auch wieder für falsch. Hausarbeit trifft Ihn vielmehr ins Mark. Ich glaub, das liegt am Fakt, dass auch die Lehre des Meisters der Kapitalismuskrithik auf der Arbeitswerttheorie aufbaut. Auch die Macht der „Arbeiterklasse“ gründet ja darauf, dass hier im Namen von Teilnehmenden ein Anspruch auf mehr Teilhabe, Mitsprache und Rechte eingefordert wird.
Für die Frauensache lässt sich nämlich sagen, dass es beispielsweise vorwärts ging vielerorts, als die Frauen zu Kriegszeiten auch zupacken mussten, das Stimmrecht war dann eine Art Deal.
Zurück zur Systemkritik. Der Frauenbereich schaltet sich insofern ein, als dass Sie, wohl nach wie vor, den häuslichen Bereich repräsentieren, gedanklich dieser abgerufen wird beim Wort Frau. Und dieser Bereich steht jetzt eben nicht unter „kapitalistischer Wertschätzung“. Das konservative Rollenmodell entzückt ja eigentlich da, wo dem Häuslichen auch eine Wertschätzung zuteil wird. Doch kaum ein Verfechter davon hat wohl überlegt, dass Mrs Housewife ganz auf willkürliche Wertschätzung zurückfällt und sich abhängig macht, mangels eigener Einkünfte. Einige Ökonominnen versuchen nun, Geleistetes, Unbezahltes zu quantifizieren. Sie rechnen die unbezahlten Stunden aus.

Wer nicht im Bereich Produktion, sondern Reproduktion tätig ist, wird dadurch von diesem Verdienst- und Leistungssystem a la Kapitalismus jedenfalls nicht berücksichtigt!

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